Freitag, 6. Juli 2012

Fortsetzung folgt Freitag

...45, 46, 47, 48
Ich habe sage und schreibe 48 Koch- und Backbücher und 2 Ordner voller Rezepte. Macht 50 gedruckte Quellen der Koch-Inspiration. Unglaublich! Sieht gar nicht nach so viel aus. OK - genau genommen gehört "Ma Cuisine" David, aber es steht ja in 'meiner' Küche. Und ich habe das 8-seitige Neppheftchen von WeightWatchers mitgezählt, denn schließlich hat mich das 20 € gekostet. Nie wieder werde ich ein Buch bei Amazon bestellen, ohne vorher die Seitenzahl zu checken - aber das ist ne andere Geschichte.
Die für mich abgefahrensten Dinge findet man unter den 1800 Rezepten des "Petit Larousse de la Cuisine". Obwohl diese Auflage des Buchs aus dem Jahre 2006 stammt, könnte man annehmen Julia Childs Kochlehrer hätten es verfasst.  David und ich haben Tränen gelacht., als ich ihn beim Durchblättern unter anderem stirnrunzelnd mit der Frage konfrontierte: "what's 'sang'? isn't that 'blood' in French?" Interessiert sich tatsächlich heutzutage noch irgendjemand, der kein Metzger ist, für Rezepte, für die man 3 Liter Schweineblut benötigt? Und überhaupt, wo bekommt man sowas her? Gibts das etwa bei Carrefour im Tetrapack? Kann mans evtl. durch True Blood substituieren? Wir hatten unsren Spaß...
Das auf den ersten Blick am wenigsten anregende Buch ist "How to Cook Everything Vegetarian" von Mark Bittman. Das liegt keinesfalls am Autor, der auch für die New York Times schreibt und als 'The Minimalist' einen wunderbaren Vodcast macht und auch nicht daran, dass ein vegetarisches Kochbuch eher unblutig ist, sondern vielmehr an der merkwürdigen Eigenart, dass US-amerikanische Kochbücher in der Regel kaum oder gar keine Bebilderung haben. Warum eigentlich? Zwar sind meine Kochergebnisse optisch sehr oft nur ein Abklatsch der verheißungsvollen Bebilderung, aber ohne Appetit anregendes Bild schaffen es die Zutaten für ein Rezept meist gar nicht erst auf meine Einkaufsliste. 
Wie schon das Wort 'recepten' auf einem der Order verheißen lässt, sind viele der Rezepte, die ich aus Zeitschriften gerissen und sorgsam gesammelt habe, in niederländisch verfasst. Das liegt nicht daran, dass irgend eine besonder Vorliebe für die holländische Küche hätte, sondern vielmehr an Albert Heijns 'Allerhande' und den anderen Gratiszeitschriften von Vomar, DekaMarkt & Co. Wenn ich es mir recht überlege, hat es keins der Rezepte dieser Zeitschriften je auf meine innere was-koch-ich-heute-Standardliste geschafft, die ich so still für mich durchgehe, wenn ich mich erst durch das Warenangebot im Supermarkt für ein Rezept inspirieren lasse. Waren die Rezepte nicht überzeugend genug oder teilen sie einfach nur ihr Schicksal mit den  95 Pins auf meiner Eins Zwo Eins Zwo Test Test Pinnwand bei Pinterest? Aber von dort haben es ja auch schon einige auf meine andere Rezepte-Pinnwand wohlschmeckend geschafft...